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PRESSE
    04.06.2014

Der komplette Vorstand wurde ausgetauscht

Wie sich der neue Vorsitzende der Bibertaler SPD dafür einsetzt, dass die Wähler ihr Kreuzchen künftig wieder bei den Sozialdemokraten machen. Von Sandra Kraus

Als Reaktion auf das schlechte Wahlergebnis trat der Vorstand der SPD Bibertal komplett zurück. Jetzt wurden (von links) Schriftführer Manfred Dirr, Beisitzer Manfred Kramer, 1. Vorsitzender Frank Otte, Kassier Sabine Uebelhör, 2. Vorsitzender Alexander Stumm und Beisitzerin Eva Gerk-Zwickel neu gewählt. Grünen-Mitglied Iris Kitzinger (rechts) wurde von den Genossen einstimmig in den Vorstand berufen.
Foto: Sandra Kraus

Mit dem Rücktritt des kompletten Vorstands setzt die SPD Bibertal nach der Abstrafung durch die Wähler bei der Kommunalwahl im März alles auf Neuanfang. Ziel des neuen Vorstands um 1. Vorsitzenden Frank Otte ist es, dass die sozialdemokratische Politik in und für Bibertal künftig stärker wahrgenommen wird und bei der nächsten Wahl die SPD-Kandidaten mehr Stimmen bekommen.

„Ich übernehme die Verantwortung für die Wahlschlappe“, begründet der bisherige 1. Vorsitzende Wolfgang Beyer seinen Rücktritt. Dreizehn Mitglieder des Ortsverbands waren zur außerordentlichen Jahreshauptversammlung nach Echlishausen in das Gasthaus Hirsch gekommen. Tagesordnungspunkt drei lautete: Rücktritt des kompletten Vorstands. „Nach dieser heftigen Wahlklatsche, bei der die SPD ihren vierten Sitz im Gemeinderat verlor und Bürgermeisterkandidat Guido Berning nicht in die Stichwahl kam, wollen wir mit dem geschlossenen Rücktritt ein deutliches Zeichen setzen“, sagte Frank Otte. War die SPD 2008 noch die zweitstärkste Fraktion (22,8 Prozent der Wählerstimmen), wurde sie 2014 mit 19,5 Prozent von CSU und Freien Wählern überholt.


Und nachdem die Bürgermeisterwahl nach dem Weggang des bisherigen Bürgermeisters Robert Strobel völlig offen war, hofften die Bibertaler Sozialdemokraten mindestens auf Stichwahl. Doch Guido Berning holte nur 473 Stimmen oder 20,4 Prozent.

„Die SPD hat es in Bayern und in Bibertal immer schwer, zusätzlich wird der SPD auch auf Ortsebene immer die Bundespolitik vorgehalten“, suchte Frank Otte nach Gründen. Künftig solle das Bibertaler Profil geschärft werden. Neu gewählt wurden 1. Vorsitzender Frank Otte, 2. Vorsitzender Alexander Stumm, Kassiererin Sabine Uebelhör, Schriftführer Manfred Dirr, Kassenprüfer Waltraud Munkenast und Renate Wengler sowie die Beisitzer Guido Berning, Eva Gerk-Zwickel und Manfred Kramer. Die Delegierten zur Kreiskonferenz sind Frank Otte, Alexander Stumm und Sabine Uebelhör. Nicht mehr zum Vorstand gehören Wolfgang Beyer (1. Vorsitzender), Adolf Lang (Kassenprüfer), Ulla Beyer und Peter Wengler (Beisitzer).

Adolf Lang wurde in der Versammlung zum Ehrenmitglied der SPD ernannt. Otte: „Adolf Lang hat in Kissendorf immer die SPD-Fahne hochgehalten.“

Ursachenforschung über den aus SPD-Sicht katastrophalen Wahlausgang betrieb Wolfgang Beyer in seiner Ansprache. „Wir haben uns im Wahlkampf gut präsentiert, viele gute persönliche Gespräche geführt, doch in der Wahlkabine muss das Kreuzchen dann anders gesetzt worden sein oder unsere Wähler sind erst gar nicht zur Wahl gegangen“, sagte Beyer, der seit 1988 SPD Mitglied ist und das auch weiterhin bleiben wird. Auch als Fraktionsvorsitzender der SPD im Gemeinderat ist Beyer weiterhin aktiv.

Am Ende meldete sich SPD-Urgestein und Ehrenvorsitzender Otto Seiler zu Wort: „Einzelne Personen, weder der 1. Vorsitzende noch der Bürgermeister, sind am Ergebnis schuld. Wir leben hier in Bayern und innerhalb von Bibertal sind die Orte unterschiedlich geprägt.“ Seiler erinnerte an das lange Ringen der SPD-Fraktion, bis die Kinderkrippe in Bühl oder das Baugebiet in Bühl beschlossen worden waren. Alles in allem haben wohl viele Punkte zum schlechten Abschneiden beigetragen. „Jetzt gilt es, die Zeit bis zur nächsten Wahl 2018 zu nutzen“, motivierte Frank Otte die Genossen.

Neue Wege geht der SPD-Ortsverband mit der einstimmigen Berufung von Grünen-Mitglied Iris Kitzinger in den Vorstand. Kitzinger war schon bei der Gemeinderatswahl auf Platz 4 der SPD-Liste gestanden und bei der Kreistagswahl hatte sie als Grüne den Einzug in das Gremium nur knapp verfehlt. „Den Ortsverband am Leben zu erhalten, heißt auch, nicht starr zu sein, sondern eine Mitmach-Partei zu sein“, warb Otte für die Berufung von Iris Kitzinger.

Quelle:: http://www.augsburger-allgemeine.de/guenzburg/Der-komplette-Vorstand-wurde-ausgetauscht-id30588877.html

Autor: Eva Gerk-Zwickel
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